Rasendünger organisch: Nährstoffe aus organischen Ausgangsstoffen
Wichtigste Erkenntnisse
- Bei organischen Düngern liegen Nährstoffe ganz oder teilweise organisch gebunden vor und werden durch biologische Prozesse nach und nach verfügbar.
- Wie schnell ein organischer Rasendünger wirkt, hängt von Produkt, Boden, Temperatur und Feuchtigkeit ab.
- Im Frühjahr spielt insbesondere Stickstoff eine wichtige Rolle. Im Herbst kann eine ausreichende Kaliumversorgung die Kältetoleranz der Gräser unterstützen.
- Wie häufig gedüngt werden sollte, richtet sich nach Produkt, Bodenversorgung und Zustand der Rasenfläche.
Was ist ein organischer Rasendünger?
Ein organischer Rasendünger enthält organische Ausgangsstoffe biologischen Ursprungs. Dazu können beispielsweise pflanzliche oder tierische Materialien gehören.
Ein Teil der enthaltenen Nährstoffe wird erst durch Mikroorganismen im Boden umgesetzt und pflanzenverfügbar. Deshalb setzt die Nährstoffwirkung vieler organischer Dünger nicht unmittelbar nach der Ausbringung ein.
Wie schnell die Nährstoffe verfügbar werden, hängt unter anderem von Temperatur, Bodenfeuchtigkeit, Zusammensetzung des Düngers und biologischer Aktivität im Boden ab.
Organische Düngemittel können außerdem organische Substanz in den Boden einbringen. Welche Auswirkungen dies auf Bodenstruktur und Humushaushalt hat, hängt vom jeweiligen Produkt und der Aufwandmenge ab.
Die Wirkungsdauer und die Anzahl notwendiger Düngegaben unterscheiden sich je nach Produkt. Beachten Sie deshalb immer die jeweilige Dosier- und Anwendungsempfehlung.
Muss der Rasen zwingend gedüngt werden?
Ob und wie viel Dünger ein Rasen benötigt, hängt von der vorhandenen Nährstoffversorgung, Nutzung und Pflege ab.
Beim Mähen werden mit dem Schnittgut Nährstoffe von der Fläche entfernt. Wird das Schnittgut dagegen beim Mulchmähen fein verteilt und auf der Fläche belassen, gelangt ein Teil der darin enthaltenen Nährstoffe zurück in den Kreislauf.
Besonders Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium spielen bei der Versorgung von Rasengräsern eine Rolle.
Stickstoff ist unter anderem am vegetativen Wachstum und an der Chlorophyllbildung beteiligt. Phosphor spielt eine Rolle im Energiestoffwechsel und bei der Pflanzenentwicklung. Kalium ist am Wasserhaushalt beteiligt und trägt zur Festigung des Pflanzengewebes bei.
Wie viel davon tatsächlich benötigt wird, lässt sich am besten anhand des Bodenzustands und gegebenenfalls einer Bodenuntersuchung einschätzen.
Gerade bei intensiv genutzten Rasenflächen kann eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung Teil der regelmäßigen Rasenpflege sein.
Wie wirkt organischer Rasendünger auf die Grünflächen?
Bei organischen Düngern werden organisch gebundene Nährstoffe durch Mikroorganismen nach und nach umgesetzt.
Dadurch stehen sie den Pflanzen je nach Produkt und Bedingungen über einen gewissen Zeitraum zur Verfügung.
Organische Dünger können außerdem organische Substanz in den Boden einbringen. Wie sich dies auf Bodenstruktur, Wasserhaltevermögen oder Humusgehalt auswirkt, hängt von Art und Menge des verwendeten Materials ab.
Auch organischer Dünger sollte nicht überdosiert werden. Zu hohe Nährstoffgaben können ebenso wie bei anderen Düngern zu einer Überversorgung des Bodens führen.
Beachten Sie außerdem: Ein organischer Dünger ist nicht automatisch ein „Bio-Dünger“ im Sinne einer bestimmten Zertifizierung oder Zulassung.
Welche Unterschiede gibt es zwischen organischem und mineralischem Rasendünger?
Organische und mineralische Dünger unterscheiden sich insbesondere darin, in welcher Form die Nährstoffe vorliegen und wie schnell sie verfügbar werden.
Organischer Rasendünger
- enthält organische Ausgangsstoffe
- Nährstoffe werden häufig erst durch biologische Umsetzungsprozesse verfügbar
- Wirkung hängt unter anderem von Bodentemperatur und Feuchtigkeit ab
- kann je nach Produkt organische Substanz in den Boden einbringen
Mineralischer Rasendünger
- enthält Nährstoffe in mineralischer Form
- Nährstoffe können je nach Produkt schneller pflanzenverfügbar sein
- ermöglicht eine gezielte Versorgung mit bestimmten Nährstoffen
- muss ebenfalls entsprechend der vorgesehenen Dosierung eingesetzt werden
Welche Düngerart geeignet ist, hängt von Rasenzustand, Bodenversorgung, gewünschtem Zeitpunkt und dem konkreten Produkt ab.
Aus der Bezeichnung „organisch“ lässt sich außerdem keine generelle Aussage zur Sicherheit für Kinder oder Haustiere ableiten. Beachten Sie dazu immer die Hinweise des jeweiligen Produktes.
Das sind bekannte organische Düngemittel
Viele Hersteller bieten unterschiedliche organische Dünger an. Je nach Ausgangsstoff, Zusammensetzung und gewünschter Anwendung kommen verschiedene Produkte infrage.
Tierische Düngemittel
Zu den traditionellen organischen Düngemitteln gehören beispielsweise Pferde- und Rindermist.
Sie enthalten organische Substanz und unterschiedliche Pflanzennährstoffe. Die tatsächlichen Nährstoffgehalte hängen unter anderem von Tierart, Fütterung, Einstreu, Lagerung und Aufbereitung ab.
Für Garten- und Rasenflächen sollten vorzugsweise geeignete, aufbereitete beziehungsweise kompostierte Produkte entsprechend ihrer Anwendungshinweise verwendet werden.
Guano
Guano ist ein organisches Düngemittel tierischen Ursprungs.
Je nach Herkunft und Produkt kann er vergleichsweise hohe Nährstoffgehalte besitzen. Die konkrete Zusammensetzung sollte deshalb der Produktdeklaration entnommen und die Dosierung entsprechend eingehalten werden.
Schafwollpellets
Schafwolle enthält insbesondere organisch gebundenen Stickstoff.
Schafwollpellets werden im Boden nach und nach biologisch abgebaut. Dabei werden enthaltene Nährstoffe zunehmend verfügbar.
Die Wollfasern können außerdem Wasser aufnehmen. Wie stark sich dies auf die Wasserversorgung des Rasens beziehungsweise des Bodens auswirkt, hängt jedoch von Produkt, Aufwandmenge und Bodenbedingungen ab.
Hornspäne
Hornspäne sind ein organischer Dünger tierischen Ursprungs und enthalten vor allem Stickstoff.
Dieser liegt überwiegend organisch gebunden vor und wird durch mikrobielle Prozesse nach und nach verfügbar.
Ob Hornspäne für eine konkrete Rasenfläche geeignet sind, hängt vom Nährstoffbedarf und der vorgesehenen Anwendung ab.
Kompost
Reifer Kompost kann organische Substanz und verschiedene Nährstoffe in den Boden einbringen.
Fein gesiebter und ausgereifter Kompost kann je nach Boden und Bedarf dünn auf Rasenflächen verteilt werden.
Da die Nährstoffgehalte von Gartenkompost schwanken können, sollte die Aufwandmenge entsprechend berücksichtigt werden.
Fertige organische Mischungen
Auch fertige organische Rasendünger sind erhältlich.
Diese kombinieren je nach Produkt verschiedene organische Ausgangsstoffe und besitzen eine definierte Nährstoffdeklaration.
Achten Sie bei der Auswahl insbesondere auf NPK-Gehalt, Dosierung, Anwendungszeitraum und vorgesehene Wirkungsdauer.
Wofür steht die Angabe NPK bei organischem Dünger?
Die Abkürzung NPK beschreibt die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium beziehungsweise deren deklarierte Gehalte im Dünger.
N = Stickstoff
Stickstoff ist unter anderem an der Bildung von Proteinen und Chlorophyll beteiligt und spielt während der aktiven Wachstumsphase des Rasens eine wichtige Rolle.
Im Frühjahr kommen deshalb häufig stickstoffbetonte Rasendünger zum Einsatz, sofern ein entsprechender Bedarf besteht.
P = Phosphor
Phosphor ist unter anderem am Energiestoffwechsel und an der Pflanzenentwicklung beteiligt.
Eine zusätzliche Phosphordüngung sollte sich am tatsächlichen Bedarf des Bodens orientieren. Gerade etablierte Gartenböden können bereits ausreichend oder sogar hoch mit Phosphor versorgt sein.
K = Kalium
Kalium ist unter anderem am Wasserhaushalt der Pflanzen beteiligt und trägt zur Festigung des Pflanzengewebes bei.
Eine ausreichende Kaliumversorgung kann die Toleranz gegenüber Trockenheit und niedrigen Temperaturen unterstützen.
Deshalb kann Kalium insbesondere bei einer bedarfsgerechten Herbstdüngung eine Rolle spielen.
Je nach Dünger können zusätzlich Magnesium, Schwefel oder weitere Nährstoffe enthalten sein. Die konkrete Zusammensetzung finden Sie auf der jeweiligen Produktdeklaration.
Wann ist Rasendünger organisch?
Organische Düngemittel enthalten organischen Kohlenstoff und Pflanzennährstoffe biologischen Ursprungs.
Als Ausgangsstoffe kommen beispielsweise pflanzliche oder tierische Materialien infrage.
Die Nährstoffe organischer Dünger werden je nach Zusammensetzung teilweise erst durch Mikroorganismen im Boden pflanzenverfügbar.
Die Bezeichnung „organisch“ sollte dabei nicht mit Begriffen wie „chemiefrei“, „umweltfreundlich“ oder „Bio“ gleichgesetzt werden.
Wann kommt organischer Rasendünger auf die Fläche?
Der passende Zeitpunkt richtet sich nach Produkt, Vegetationsperiode, Witterung und Nährstoffbedarf der Rasenfläche.
Im Frühjahr
Zu Beginn der Wachstumsperiode spielt insbesondere Stickstoff eine wichtige Rolle.
Eine Frühjahrsdüngung kann erfolgen, wenn der Rasen wieder aktiv wächst und ein entsprechender Nährstoffbedarf besteht.
Im Sommer
Je nach Nutzung, Rasenart und bisheriger Versorgung kann während der Wachstumsperiode eine weitere Düngegabe erforderlich sein.
Die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und dem Zustand der Fläche.
Im Herbst
Zum Ende der Wachstumsperiode kann eine ausreichende Kaliumversorgung die Kältetoleranz der Rasengräser unterstützen.
Eine zusätzliche Phosphorgabe ist dagegen nicht automatisch erforderlich, sondern sollte sich ebenfalls nach der vorhandenen Bodenversorgung richten.
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- vorgesehenen Einsatzbereich
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- Nährstoffbedarf Ihrer Rasenfläche
Wenn Sie unsicher sind, welcher Dünger zu Ihrer Fläche passt und wie viele Düngegaben sinnvoll sind, steht Ihnen Rasenkante24 gerne beratend zur Seite.
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