Für Beete, Rasen und Garten: Bodenverbesserer gezielt einsetzen
Wichtigste Erkenntnisse
- Bodenverbesserer dienen vor allem dazu, bestimmte Eigenschaften des Bodens zu beeinflussen.
- Je nach Produkt können Bodenstruktur, Humusgehalt, Wasserhaltevermögen oder biologische Aktivität im Boden unterstützt werden.
- Welcher Bodenverbesserer geeignet ist, hängt von Bodenart, Zustand und vorgesehener Bepflanzung ab.
- Anwendung und Aufwandmenge richten sich nach dem jeweiligen Produkt und dem tatsächlichen Bedarf des Bodens.
Was sind Bodenverbesserer?
Bodenverbesserer sind Produkte, die eingesetzt werden, um bestimmte physikalische, chemische oder biologische Eigenschaften eines Bodens zu beeinflussen.
Im Unterschied zu einem klassischen Dünger steht dabei nicht zwingend die unmittelbare Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen im Mittelpunkt.
Je nach Produkt kann ein Bodenverbesserer beispielsweise dazu beitragen:
- die Bodenstruktur zu beeinflussen
- organische Substanz einzubringen
- das Wasserhaltevermögen zu verändern
- die Durchlüftung des Bodens zu unterstützen
- den Humushaushalt zu beeinflussen
Manche Bodenverbesserer enthalten gleichzeitig Pflanzennährstoffe und besitzen dadurch zusätzlich eine Düngewirkung.
Welche Wirkung erzielt wird, hängt von Produkt, Bodenart, Aufwandmenge und Standortbedingungen ab.
Bodenverbesserer für den heimischen Garten
Je nach Boden und vorgesehener Kultur kommen unterschiedliche Produkte infrage.
Manche bringen vor allem organische Substanz in den Boden ein, andere beeinflussen beispielsweise Wasser- und Nährstoffspeicherung oder pH-Wert.
Die richtige Wahl hängt deshalb von der vorhandenen Erde und dem gewünschten Einsatzzweck ab.
Schafwolle als Bodenverbesserer
Schafwolle kann organische Substanz und Pflanzennährstoffe in den Boden einbringen.
Sie enthält insbesondere organisch gebundenen Stickstoff, der während des biologischen Abbaus nach und nach pflanzenverfügbar wird.
Schafwolle kann außerdem Wasser aufnehmen. Wie stark sich dies auf den Wasserhaushalt des Bodens auswirkt, hängt unter anderem von Bodenart, Produktform und Aufwandmenge ab.
Schafwollpellets können beispielsweise in Beete, Hochbeete oder Pflanzgefäße eingearbeitet werden.
Die Dosierung sollte sich dabei nach Produktangabe und Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanzen richten.
Pferdemist für den Gartenboden
Gut kompostierter beziehungsweise aufbereiteter Pferdemist gehört zu den klassischen organischen Materialien für Gartenböden.
Er bringt organische Substanz und unterschiedliche Pflanzennährstoffe in den Boden ein.
Dadurch kann Pferdemist sowohl als organischer Dünger als auch zur Humusversorgung eingesetzt werden.
Die enthaltenen Nährstoffe werden zum Teil erst nach und nach verfügbar.
Welche Aufwandmenge geeignet ist, hängt von Nährstoffgehalt des Produktes, Bodenversorgung und vorgesehener Bepflanzung ab.
Pflanzenkohle zur Bodenverbesserung
Pflanzenkohle besitzt eine poröse Struktur und eine große innere Oberfläche.
Dadurch kann sie Wasser und Nährstoffe aufnehmen und speichern und damit bestimmte Eigenschaften des Bodens beeinflussen.
Pflanzenkohle enthält selbst jedoch nur geringe Mengen unmittelbar pflanzenverfügbarer Nährstoffe.
Deshalb wird sie häufig vor der Anwendung mit nährstoffhaltigen Materialien kombiniert, beispielsweise mit Kompost.
Bei Produkten für den Garten sollte außerdem auf eine geeignete und geprüfte Pflanzenkohle geachtet werden.
Wie stark sich Pflanzenkohle auf Wasserhaushalt, Nährstoffspeicherung und Bodenstruktur auswirkt, hängt von Boden, Produktqualität und Aufwandmenge ab.
Ton-Humus-Komplexe und Bodenstruktur
Ton-Humus-Komplexe entstehen, wenn Tonminerale und Humusbestandteile im Boden miteinander verbunden werden.
Diese Strukturen können dazu beitragen, Nährstoffe und Wasser im Boden zu binden und eine stabile Bodenstruktur zu unterstützen.
Bodenverbesserungsmaßnahmen, die organische Substanz beziehungsweise Humus fördern, können die Voraussetzungen für solche Bodenstrukturen unterstützen.
Ton-Humus-Komplexe sind dabei weniger ein einzelnes Produkt als vielmehr ein Bestandteil gut strukturierter Böden.
Terra Preta und Terra-Preta-Produkte
Terra Preta bezeichnet ursprünglich besonders humusreiche, vom Menschen beeinflusste Schwarzerdeböden im Amazonasgebiet.
Charakteristisch sind unter anderem hohe Anteile stabiler Kohlenstoffverbindungen, die unter anderem auf den Einsatz von Holzkohle zurückgeführt werden.
Heutige Terra-Preta-Produkte orientieren sich an diesem Prinzip und kombinieren je nach Produkt beispielsweise Pflanzenkohle mit Kompost oder anderen organischen Bestandteilen.
Die tatsächlichen Eigenschaften unterscheiden sich je nach Zusammensetzung.
Terra-Preta-Produkte können entsprechend der Herstellerangaben in Gartenböden beziehungsweise Pflanzflächen eingearbeitet werden.
Wann kommen Bodenverbesserer zum Einsatz?
Bodenverbesserer können sinnvoll sein, wenn bestimmte Eigenschaften eines Bodens gezielt verändert werden sollen.
Mögliche Anwendungsbereiche sind beispielsweise:
- stark verdichtete Böden
- sehr sandige Böden mit geringer Wasserhaltefähigkeit
- schwere beziehungsweise wenig durchlässige Böden
- Böden mit geringem Gehalt an organischer Substanz
- intensiv genutzte Gartenflächen
- neu angelegte Pflanz- oder Rasenflächen
Auch bei bestehenden Beeten können Bodenverbesserer eingesetzt werden, wenn sich aus Bodenzustand oder Bodenanalyse ein entsprechender Bedarf ergibt.
Symptome wie schwaches Pflanzenwachstum, Moos oder unerwünschte Pflanzen lassen allerdings nicht automatisch auf ein bestimmtes Bodenproblem schließen. Licht, Wasser, pH-Wert, Verdichtung und Nährstoffversorgung können dabei gleichermaßen eine Rolle spielen.
Bodenverbesserer für schwere Böden
Bei schweren, ton- oder lehmreichen Böden steht häufig die Bodenstruktur im Mittelpunkt.
Organische Materialien wie reifer Kompost können dazu beitragen, die Struktur solcher Böden zu beeinflussen.
Eine bessere Krümelstruktur kann Wasser- und Luftführung im Boden unterstützen.
Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt jedoch vom tatsächlichen Bodenaufbau ab.
Bodenverbesserer für sandige Böden
Sandige Böden lassen Wasser häufig schnell versickern und besitzen teilweise eine geringere Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern.
Organische Substanz kann dazu beitragen, das Wasserhaltevermögen solcher Böden zu erhöhen.
Auch Pflanzenkohle kann je nach Produkt und Anwendung die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität beeinflussen.
Bodenverbesserer für Rasenflächen
Auch bei Rasenflächen können Bodenverbesserungsmaßnahmen sinnvoll sein.
Bei verdichteten Böden steht beispielsweise häufig zunächst eine mechanische Lockerung beziehungsweise Belüftung im Vordergrund.
Organische Materialien können anschließend je nach Bodenzustand eingesetzt werden, um die Bodenstruktur beziehungsweise Humusversorgung zu unterstützen.
Ob eine zusätzliche Bodenverbesserung erforderlich ist, sollte jedoch möglichst anhand des tatsächlichen Bodenzustands beurteilt werden.
Wie häufig sollte man Bodenverbesserer anwenden?
Eine allgemeine Empfehlung wie „zweimal jährlich“ ist nicht für alle Bodenverbesserer geeignet.
Wie häufig und in welcher Menge ein Produkt angewendet werden sollte, hängt ab von:
- Art des Bodenverbesserers
- Bodenart
- Ausgangszustand
- Pflanzenbestand
- Aufwandmenge
- Herstellerangaben
Bei organischen Materialien wie Kompost oder Mist sollte außerdem berücksichtigt werden, dass diese Nährstoffe enthalten und eine zu hohe Aufwandmenge zu einer Überversorgung führen kann.
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Achten Sie bei der Auswahl insbesondere auf:
- Bodenart
- vorgesehenen Einsatzbereich
- Zusammensetzung
- Nährstoffgehalt
- empfohlene Aufwandmenge
- Anwendungshinweise
Bei Fragen rund um Bodenverbesserung, Gartenpflege oder die richtige Anwendung stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.