Wichtige Erkenntnisse
Bevor der erste Spatenstich erfolgt, entscheidet eine durchdachte Gartenplanung über Erfolg oder Frust. Wer ohne Plan loslegt, riskiert teure Nachbesserungen, falsch platzierte Elemente und jahrelange Unzufriedenheit. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Schritten verwandeln Sie jedes Grundstück in Ihren persönlichen Traumgarten – und sparen dabei Zeit, Nerven und bares Geld.
- Früh beginnen lohnt sich: Die ideale Planungszeit ist Herbst/Winter 2024/2025, wenn der Garten „nackt” ist und Strukturen sichtbar werden
- Budget realistisch kalkulieren: Rechnen Sie mit 30–150 €/m² je nach Umfang und planen Sie 10–15 % Puffer ein
- Digitale Gartenplaner gezielt nutzen: Tools wie der OBI Gartenplaner oder Gardena My Garden helfen bei Visualisierung und Materialliste
- Fachplanung bei Komplexität einbeziehen: Hanggrundstücke, Entwässerung oder Stützmauern gehören in Expertenhände
- Etappenweise umsetzen: Die meisten Gartenprojekte verteilen sich sinnvoll über 2–3 Jahre
Im Folgenden behandeln wir sowohl die klassische Gartenplanung mit Skizze, Konzept und Bepflanzung als auch digitale Helfer – von der Online Software bis zur App für unterwegs.
Einführung: Warum sich Gartenplanung besonders lohnt
In Zeiten steigender Bau- und Materialkosten ist eine vorausschauende Planung keine Kür, sondern Pflicht. Wer einen Garten anlegen oder umgestalten möchte, steht vor der Herausforderung, aus jedem investierten Euro das Maximum herauszuholen. Spontane Entscheidungen führen oft zu teuren Fehlern: Die Terrasse ist zu klein für den Esstisch, der Lieblingsbaum steht nach fünf Jahren genau dort, wo er den ganzen Nachmittag Schatten auf die Sitzecke wirft.
Ob Neubaugrundstück mit 400–600 m², verwilderter Altgarten aus den 1980er Jahren oder kompakter Reihenhausgarten mit 80–120 m² – die Ausgangssituation mag unterschiedlich sein, doch das Prinzip bleibt gleich: Eine gute Planung verhindert dauerhaft Probleme wie zu enge Wege, fehlende Privatsphäre oder ungenutzte Ecken. Statistisch gestalten rund 70 % der deutschen Haushalte ihre Gärten selbst, mit durchschnittlichen Flächen von 300–500 m². Das zeigt: Die meisten Gartenfreunde packen selbst an – umso wichtiger ist fundiertes Wissen.
Dieser Beitrag ist bewusst praxisorientiert aufgebaut. Sie finden hier keine vagen Inspirationen, sondern konkrete, sofort umsetzbare Schritte. Von der Bestandsaufnahme über die Zonierung bis zur Auswahl des passenden Gartenplaners erhalten Sie alle Informationen, die Sie für Ihr Gartenprojekt benötigen.
Grundlagen: Bevor Sie Ihren Garten planen
Bevor Sie sich in Gartenideen verlieren oder den ersten Online Gartenplaner öffnen, müssen Rahmendaten wie Größe, Lage, Boden und Budget geklärt sein. Diese Basisdaten bilden das Fundament für alle weiteren Entscheidungen und lassen sich später auch in jede Gartenplaner Software übertragen.
- Grundstück analysieren: Messen Sie Ihr Grundstück exakt aus – zum Beispiel 12 × 30 m bei einem typischen Reihenhausgrundstück. Erfassen Sie Höhenunterschiede mit einer Wasserwaage oder einem einfachen Schlauch-Nivelliergerät. Die Himmelsrichtungen bestimmen Sie mit Kompass oder Smartphone-App; sie sind entscheidend für die spätere Platzierung von Terrasse und Beeten.
- Standortfaktoren erfassen: Beobachten Sie an einem typischen Frühlingstag im April, welche Bereiche morgens, mittags und abends Sonne erhalten. Notieren Sie Windrichtungen (in Deutschland meist Westen) und die Nachbarsituation – wo sind Fenster, wo hohe Hecken?
- Boden und Klima prüfen: Ein einfacher Bodentest aus dem Gartencenter (ca. 5–10 €) zeigt Ihnen, ob Sie Sand-, Lehm- oder Tonboden haben und welchen pH-Wert Ihr Boden aufweist. Berücksichtigen Sie örtliche Klimadaten: Wie kalt wird der Winter? Wann droht Spätfrost? Diese Dinge beeinflussen die Pflanzenauswahl erheblich.
- Budgetrahmen festlegen: Die Kosten variieren stark je nach Umfang. Grobe Orientierung:
- Einfache Umgestaltung: 30–50 €/m²
- Mit Terrasse, Mauern, Beleuchtung: 80–150 €/m²
- Empfehlung: Planen Sie 10–15 % Puffer für Unvorhergesehenes ein
Diese Basisdaten können Sie später in digitale Gartenplaner eingeben, um realistische Pläne und eine erste Materialliste zu erhalten.

Wünsche definieren: Wie soll Ihr Garten genutzt werden?
Ein Garten funktioniert nur dann, wenn die Nutzung von Anfang an klar definiert ist. Die Vorstellungen können stark variieren: Familiengarten mit Spielbereich, Ruhesoase für gestresste Berufstätige, produktiver Nutzgarten oder repräsentativer Vorgarten. Ihre Wünsche bestimmen die gesamte Gestaltung.
- Typische Nutzungszonen identifizieren:
- Sitz- und Essbereich: 20–30 m² Terrasse als Minimum für einen 4-Personen-Haushalt
- Spielbereich für Kinder: gut einsehbar, weicher Untergrund
- Gemüsegarten: mindestens 10–20 m² für Grundversorgung
- Staudenbeete: ab 8 m² für jahreszeitliche Blütenkombinationen
- Abstellbereich: Mülltonnen, Gerätehaus, Kompost
- Prioritätenliste erstellen: Schreiben Sie Ihre Top-5-Wünsche auf, zum Beispiel:
1. Schattenplatz für heiße Sommernachmittage
2. Sichtschutz zur Straße bis 1,80 m Höhe
3. Kräuterbeet in Küchennähe
4. Rasenfläche zum Spielen
5. Automatisches Bewässerungssystem
- Zeit- und Pflegeaufwand ehrlich einschätzen: Wie viele Stunden pro Woche können Sie realistisch investieren? 1–2 Stunden reichen für einen pflegeleichten Garten, 5–6 Stunden ermöglichen aufwendige Staudenbeete und Formschnitthecken. Diese Selbsteinschätzung verhindert späteren Frust.
- Stilrichtung festlegen: Wählen Sie einen Favoritenstil für gestalterische Klarheit:
- Modern-minimalistisch: klare Linien, reduzierte Pflanzenauswahl
- Naturnah: Wildblumenwiesen, heimische Gehölze
- Landhaus: romantische Stauden, Rosen, geschwungene Wege
- Mediterran: Lavendel, Kies, Terrakotta
Garten in Zonen gliedern und Grundriss erstellen
Jeder gut funktionierende Garten ist in klar definierte Funktionszonen gegliedert. Die Zonierung verhindert, dass Raum verschwendet wird, und schafft logische Übergänge zwischen verschiedenen Nutzungsbereichen.
- Händischen Grundriss erstellen: Zeichnen Sie auf Millimeterpapier im Maßstab 1:100 (1 cm = 1 m) Haus, Türen, Fenster und feste Elemente wie Garage, Carport oder bestehende Bäume ein. Diese Skizze ist die Basis für alle weiteren Schritte – auch wenn Sie später einen digitalen Gartenplaner nutzen.
- Zonierung durchführen: Platzieren Sie den Sitzplatz nah am Haus (kurze Wege zur Küche), die ruhige Ecke im hinteren Gartenbereich, die Spielzone gut einsehbar von der Terrasse aus. Der Gemüsegarten benötigt mindestens 6 Sonnenstunden täglich – typischerweise also eine südliche oder westliche Lage.
- Wege und Erschließung planen: Hauptwege sollten 1,20 m breit sein (zwei Personen nebeneinander), Nebenwege 60–80 cm. Vermeiden Sie Sackgassen und achten Sie auf barrierearme Gestaltung, falls Rollstühle, Kinderwagen oder Schubkarren regelmäßig durchfahren müssen.
- Blickachsen und Sichtschutz berücksichtigen: Erhalten Sie wichtige Ausblicke – etwa auf einen schönen Baum oder eine Fernsicht. Planen Sie Sichtschutz gegen unerwünschte Einblicke von Straße oder Nachbarfenstern: Hecken, Sichtschutzwände oder begrünte Pergolen sind hier die klassischen Lösungen.

Digitale Gartenplaner nutzen: Online, Software & App
Digitale Gartenplaner ergänzen die manuelle Skizze um entscheidende Vorteile: bessere Visualisierung, frühe Fehlererkennung und automatische Materialliste. Der Markt bietet heute Lösungen für jeden Bedarf – von der kostenlosen Web App bis zur professionellen 3D Gartenplaner Software.
- Online-Gartenplaner (Browser): Der OBI Gartenplaner, Gardena My Garden und der 123Gartenplaner sind direkt im Browser nutzbar, ohne Installation. Sie eignen sich besonders für erste Entwürfe von Terrasse, Rasenflächen und Bewässerungssystem. Vorteile: überall nutzbar, keine Softwareinstallation, schneller Einstieg.
- Software für PC/Laptop: Programme wie Virtual Garden oder DreamPlan Home Design bieten umfangreichere 3D-Ansichten und größere Pflanzendatenbanken. Kostenpflichtige Varianten (20–80 €) ermöglichen fotorealistische Renderings und Export von Plänen als PDF.
- Apps für Smartphone/Tablet: Gartenplaner Apps wie Planner 5D oder iScape ermöglichen schnelle Ideenprüfung direkt vor Ort im Garten. Sie können Fotos Ihrer Gartenfläche aufnehmen und Pflanzen oder Gartenmöbel virtuell platzieren.
- Empfohlene Vorgehensweise: Erstellen Sie zuerst eine einfache Handskizze mit allen Maßen. Übertragen Sie diese Daten dann in ein digitales Tool, statt planlos im Programm zu starten. So vermeiden Sie typische Anfängerfehler und sparen Zeit.
Worauf Sie bei der Wahl eines Gartenplaners achten sollten
Nicht jeder Gartenplaner passt zu jedem Projekt. Die Auswahl sollte sich an Ihren konkreten Bedürfnissen orientieren – ein kompakter Vorgarten erfordert andere Funktionen als ein 500-m²-Grundstück mit Hanglage.
- Kosten klären: Prüfen Sie, ob die kostenlose Basisversion ausreicht oder ob eine Vollversion (typischerweise 20–40 €) mit 3D, größerer Pflanzenbibliothek und Exportfunktionen sinnvoll ist. Bei größeren Projekten lohnt sich die Investition meist.
- System und Sprache prüfen: Läuft das Tool auf Ihrem System (Windows, macOS, iOS, Android)? Benötigen Sie eine deutsche Benutzeroberfläche? Viele internationale Apps bieten nur englische Menüs.
- Funktionsumfang bewerten:
- 2D- und 3D-Ansicht
- Pflanzen- und Materialbibliothek
- Schatten- und Sonnenverlauf über den Tag
- Export von Plänen als PDF oder Bilddatei
- Praxisnähe sicherstellen: Bevorzugen Sie Tools mit realistischer Maßeingabe (in cm/m), verschiedenen Bodenbelägen (Kies, Naturstein, Holz), Mauern, Sichtschutzelementen und Optionen für automatische Bewässerung. So kommen Sie der späteren Wirklichkeit am nächsten.
Typische Fehler bei der Nutzung von Gartenplanern vermeiden
Digitale Tools sind nur so gut wie die eingegebenen Daten. Viele Hobbygärtner scheitern nicht am Programm, sondern an falschen Erwartungen oder ungenauen Eingaben.
- Unrealistische Erwartungen: Erwarten Sie keine fotorealistischen Renderings, die 1:1 der Realität entsprechen. Pflanzen wachsen, verändern sich mit der Jahreszeit und sehen in Wirklichkeit anders aus als im digitalen Plan.
- Maßfehler vermeiden: Die häufigste Fehlerquelle sind ungenaue Grundstücksmaße. Nutzen Sie Bandmaß oder Lasermessgerät und tragen Sie alle Werte exakt ein. Ein Fehler von 50 cm bei der Terrassentiefe kann später teuer werden.
- Überfrachtung verhindern: Starten Sie mit wenigen Elementen und testen Sie lieber mehrere Varianten, statt alles in einen Entwurf zu packen. Weniger ist oft mehr – auch bei der Gartengestaltung.
- Abgleich mit der Realität: Gehen Sie Ihren digitalen Entwurf im echten Garten ab. Stecken Sie Wege und Terrassenumrisse mit Schnüren und Pflöcken ab, bevor Sie Materialien bestellen. So erkennen Sie, ob die geplanten Proportionen funktionieren.
Bepflanzung planen: Struktur, Jahreszeiten und Pflegeaufwand
Die Bepflanzung ist das „Gesicht” Ihres Gartens – und langfristig am wenigsten schnell änderbar. Ein Baum, der heute gepflanzt wird, prägt den Garten über Jahrzehnte. Umso wichtiger ist durchdachte Pflanzenauswahl.
- Grundstruktur schaffen: Definieren Sie immergrüne Gehölze, Hecken und Solitärbäume als „Gerüst” des Gartens. Beispiele: Kirschlorbeerhecke als Sichtschutz, Hainbuche als Formgehölz, Felsenbirne als Hausbaum. Diese Leitpflanzen bestimmen die räumliche Wirkung.
- Jahreszeitenwirkung berücksichtigen:
- Frühjahr: Tulpen, Narzissen, Zierkirsche
- Sommer: Lavendel, Sonnenhut, Rittersporn
- Herbst: Fächerahorn mit Rotfärbung, Herbstastern
- Winter: Ziergräser, rote Hartriegelzweige, immergrüne Strukturen
- Standortgerechtigkeit sicherstellen: Wählen Sie Pflanzen nach Licht, Bodenfeuchte und Härtezone aus. Sonnenliebende Pflanzen wie Lavendel gehören in Südlagen, Schattenpflanzen wie Funkien unter Bäume. Viele Gartenplaner Software-Lösungen bieten integrierte Pflanzdatenbanken mit Standortempfehlungen.
- Pflegeaufwand realistisch einschätzen:
- Pflegeleicht: große Flächen mit Bodendeckern, robuste Stauden, Gräser
- Pflegeintensiv: Rosenbeete, Formschnittgehölze, akkurate Rasenkanten
- Pflanzabstände und Wuchshöhen beachten: Einer der häufigsten Anfängerfehler ist zu enge Pflanzung. Planen Sie mit den Endgrößen in 8–10 Jahren. Ein Kirschlorbeer, der heute 60 cm hoch ist, erreicht locker 3–4 m Höhe und 2 m Breite.

Budget, Zeitplan und Umsetzung Ihres Gartenprojekts
Ein guter Plan muss in einem realistischen Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt werden. Die meisten Gartenträume werden in Etappen über 2–3 Jahre verwirklicht – das ist finanziell sinnvoll und gibt Zeit, Erfahrungen zu sammeln.
- Etappenplanung erstellen:
- Jahr: Basis (Erdarbeiten, Wege, Terrasse, Mauern, Technik wie Wasser und Strom)
- Jahr: Bäume, Sträucher, Hecken
- Jahr: Stauden, Rasen anlegen, Dekoration und Gartenmöbel
- Kostenstruktur verstehen:
|
Kostenposition |
Typischer Anteil |
Sparpotenzial |
|
Erdarbeiten, Mauern |
30–40 % |
Gering (Facharbeit) |
|
Terrasse, Wege |
20–30 % |
Materialwahl, Eigenleistung |
|
Pflanzen |
15–25 % |
Kleinere Größen kaufen |
|
Bewässerung, Beleuchtung |
10–15 % |
Selbstinstallation möglich |
|
Rasen, Dekoration |
5–10 % |
Ansaat statt Rollrasen |
- Eigenleistung vs. Fachbetrieb:
- Selbst machbar: Hochbeete aufstellen, Stauden pflanzen, Mulchen, Rasen anlegen
- Experten einbeziehen: Stützmauern, Entwässerung, elektrische Gartenbeleuchtung, Pflasterarbeiten
- Idealen Zeitpunkt wählen: Starten Sie die Planung im Herbst/Winter, bündeln Sie Baumaßnahmen im frostfreien Zeitraum (März–Oktober). Gehölze pflanzen Sie am besten im Oktober/November oder März/April, Stauden von März bis Oktober.
Unterstützung durch Gartenplaner und Landschaftsarchitekten
In bestimmten Fällen lohnt sich professionelle Hilfe: bei Hanggrundstücken, sehr kleinen Stadtgärten mit kniffligen Proportionen oder komplexen Umbauten mit Entwässerungsproblemen. Experten bringen Erfahrung mit, die Jahre der Eigenplanung ersetzen kann.
- Fachplaner auswählen: Achten Sie auf Referenzgärten, die Ihrem Stil entsprechen. Fragen Sie nach Fotos realisierter Projekte, Ausbildung (Landschaftsarchitekt, Garten- und Landschaftsbauer) und Berufserfahrung. Planungsbüros mit Schwerpunkt Privatgärten verstehen Ihre Bedürfnisse oft besser als Firmen mit Fokus auf öffentliche Anlagen.
- Typischer Ablauf:
- Erstgespräch vor Ort mit Bestandsaufnahme (ca. 1–2 Stunden)
- Skizzenphase mit 2–3 Varianten
- Ausarbeitung eines maßstäblichen Plans (1:100)
- Optional: 3D-Visualisierung für bessere Vorstellung
- Honorare einschätzen:
- Vor-Ort-Beratung: ab ca. 120–160 € pro Stunde
- Komplette Gartenplanung: oft pauschal (ab 1.500–3.000 € für 300 m²) oder nach Aufwand
- Tipp: Mehrere Angebote einholen und Leistungsumfang vergleichen
- DIY und Profi kombinieren: Planen Sie Teilbereiche selbst (z.B. Pflanzpläne, Möbelauswahl) und lassen Sie kritische Dinge (Entwässerung, Standsicherheit von Mauern über 60 cm) vom Fachmann prüfen. Diese Kombination spart Geld, ohne Risiken einzugehen.
Fazit: Vom Plan zum lebendigen Garten
Ein Garten zu planen bedeutet, Gartenträume systematisch in die Tat umzusetzen. Die Kernelemente sind dabei immer gleich: klare Ziele definieren, eine gründliche Bestandsaufnahme durchführen, durchdachte Zonierung entwickeln, geeignete Tools wie Online Gartenplaner oder Apps nutzen und realistische Etappen festlegen. Dank dieser Vorgehensweise vermeiden Sie die typischen Stolperfallen, die 20–30 % Budgetüberschreitung oder jahrelange Unzufriedenheit verursachen.
Ob Sie einen kompakten Reihenhausgarten von 80 m² oder eine großzügige Gartenfläche von 500 m² gestalten möchten – die Prinzipien bleiben gleich. Der Unterschied liegt im Detail und in der Komplexität. Nutzen Sie die ruhigen Wintermonate, um Ihre Ideen zu sammeln, Alternativen zu vergleichen und Schritt für Schritt einen Plan zu entwickeln, der zu Ihrem Leben passt.
- Gartenplanung ist ein Prozess: Seien Sie bereit, Entwürfe anzupassen, Erfahrungen zu sammeln, Pflanzen zu beobachten und nachzujustieren. Kein Plan überlebt den ersten Kontakt mit der Realität unverändert – und das ist völlig normal.
- Legen Sie jetzt los: Starten Sie noch in den kommenden Wochen mit einer ersten Skizze und testen Sie einen kostenlosen Gartenplaner wie den OBI Gartenplaner oder Gardena My Garden. Der „perfekte” Zeitpunkt existiert nicht – aber der heutige Tag ist ein guter Termin für den ersten Schritt.
- Langfristig denken: Ein gut geplanter Garten entfaltet seinen vollen Charakter über 5–10 Jahre. Jede Stunde, die Sie heute in die Planung investieren, zahlt sich über Jahrzehnte aus – in Lebensqualität, Entspannung und dem Stolz auf Ihren ganz persönlichen Raum im Freien.
Häufige Fragen zur Gartenplanung (FAQ)
Im Folgenden beantworten wir ergänzende Fragen, die im Hauptartikel nur angerissen wurden. Die Antworten sind bewusst konkret gehalten – mit Zahlen, Beispielen und Bezug auf typische Alltagssituationen von Gartenfreunde.
Wie viele Stunden pro Woche sollte ich für die Gartenpflege einplanen?
Die Pflegezeit hängt stark von Gartengröße und Gestaltung ab. Für einen kleinen, pflegeleichten Reihenhausgarten bis 120 m² mit viel Terrasse und wenig Beeten reichen 1–2 Stunden pro Woche. Bei 300–400 m² mit Rasenflächen, Staudenbeeten und Hecke sollten Sie 3–5 Stunden einplanen.
Die größten Zeitfresser sind: Rasenmähen (je 100 m² ca. 20–30 Minuten pro Woche in der Saison), Heckenschnitt (2–3 Mal jährlich je nach Art), Unkrautjäten in Beeten und Gießen ohne automatisches Bewässerungssystem. Eine ehrliche Selbsteinschätzung in der Planungsphase verhindert späteren Frust – gestalten Sie Ihren Garten so, dass er zu Ihrem tatsächlichen Zeitbudget passt.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit der Gartenplanung zu beginnen?
Die ideale Planungsphase liegt im Herbst oder Winter – konkret November 2024 bis Februar 2025, wenn Sie 2025 umsetzen möchten. In dieser Zeit ist der Garten „nackt”, Strukturen und Problemzonen sind gut erkennbar, und Sie haben Ruhe für gründliche Informationen sammeln.
In den Wintermonaten können Sie Angebote von Garten- und Landschaftsbauern einholen, die dann noch Kapazitäten haben. Auch ein Termin bei einem Landschaftsarchitekten ist kurzfristiger möglich als im Frühjahr. Ein Start im März oder April ist ebenfalls möglich, dann sollten Sie aber einzelne Maßnahmen wie das Pflanzen von Gehölzen auf den Herbst verschieben, da diese bei Sommerhitze schlechter anwachsen.
Wie detailliert muss mein Gartenplan sein, bevor ich mit der Umsetzung beginne?
Die Mindestanforderung ist ein maßstäblicher Plan (1:100) mit allen festen Elementen: Haus, Terrasse, Gartenwege, Mauern und große Gehölze. Dieser Plan sollte exakte Maße enthalten und die Himmelsrichtungen berücksichtigen.
Der Idealzustand enthält zusätzlich die geplante Bepflanzung mit Pflanzabständen, Materialangaben für Beläge und Höhenangaben bei Geländemodellierung. Faustregel: Feste Bauelemente wie Wege, Mauern und Terrasse sollten vor Baubeginn möglichst genau geplant sein, da Änderungen teuer werden. Die Bepflanzung kann in einem zweiten Schritt verfeinert werden. Digitale Gartenplaner helfen dabei, Objekten wie Gartenmöbel realistische Größen zuzuweisen und Pflanzabstände zu prüfen.
Wie kann ich meinen Garten klimafreundlicher planen?
Klimafreundliche Gartengestaltung beginnt bei der Flächenversiegelung: Reduzieren Sie befestigte Flächen auf das Nötige und wählen Sie wasserdurchlässige Beläge wie Kies, Rasengittersteine oder Fugen-Pflaster. Rund um den Garten gesammeltes Regenwasser lässt sich in Zisternen (ab 1.000 Liter) für die Bewässerung nutzen.
Bei der Pflanzenauswahl empfehlen sich hitzeresistente und heimische Arten, die das Klima der Region kennen und weniger Wasser benötigen. Schaffen Sie Schattenbereiche mit Laubbäumen oder begrünten Pergolen, um Hitzeinseln zu vermeiden. Ersetzen Sie Teile des Rasens durch Blumenwiesen oder Staudenbeete – das spart Wasser, fördert Biodiversität und reduziert den Pflegeaufwand. Viele moderne Gartenplaner bieten bereits Funktionen zur Regenwassernutzung in ihrer Bibliothek an.
Kann ich einen bestehenden Garten schrittweise umgestalten, ohne alles auf einmal neu zu machen?
Sukzessive Umgestaltung ist nicht nur möglich, sondern oft die finanziell und praktisch sinnvollste Variante. Voraussetzung ist ein grobes Gesamtkonzept, das Sie idealerweise in einem Gartenplaner festhalten. So behalten Sie bei jeder Teilmaßnahme das langfristige Ziel im Blick.
Empfohlene Vorgehensweise: Beginnen Sie mit den drängendsten Problemzonen – etwa einer unpraktischen Terrasse, fehlendem Sichtschutz oder einer schlecht entwässerten Fläche. Im zweiten Schritt erneuern Sie die Bepflanzung bereichsweise, im dritten folgen Dekoration und Feinarbeit. Diese Etappen-Planung verteilt die Arbeit und die Kosten über mehrere Jahre und gibt Ihnen Zeit, die Veränderungen zu beobachten und gegebenenfalls anzupassen.


