Wühlmäuse fressen fast alles im Garten an, was Ihnen lieb ist! Sie machen keinen Halt vor Gemüse, Pflanzen oder auch den Wurzeln von Bäumen. Sollten Sie nicht frühzeitig darauf reagieren, droht Ihrem Garten ein Desaster. Denn oftmals endet ein Wühlmausbefall mit dem Absterben der Pflanzen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen deshalb unterschiedliche Methoden zum Wühlmausschutz vorstellen.
Was sind Wühlmäuse eigentlich?
Die kleinen, lästigen Racker haben es faustdick hinter den Ohren und treiben überwiegend in Europa, Asien und Nordamerika ihr Unwesen – natürlich auch in Deutschland.
Am wohlsten fühlen sie sich in leichten bis mittelschweren Böden, unter denen sie ein ausgeklügeltes Gangsystem anlegen können – ganz zum Leid von Gärten und landwirtschaftlichen Flächen. Dort zerstören sie mit ihrer Wühltätigkeit die Grasnarbe und fressen die unterschiedlichen Pflanzenarten an. Besonders deren Wurzeln und Rhizome werden durch Wühlmausfraß in Mitleidenschaft gezogen.
Das Problem an Wühlmäusen: Sie bevorzugen überwiegend eine unterirdische Lebensweise, woraufhin Sie Ihre Anwesenheit kaum bemerken. Ein kleines Indiz können kleine Erdhaufen oder Eingänge am Boden sein.
Woran erkenne ich eine Wühlmaus?
Sie erkennen Wühlmäuse an ihrer gedrungenen Körperform, einem rundlichen Kopf, kurzen Ohren und einem kurzen Schwanz. Damit unterscheidet sie sich von den Langschwanzmäusen und anderen Mausarten. Doch die Wühlmäuse treiben in unterschiedlichen Arten ihr Unwesen im Garten und können für eine Menge Ärger sorgen.
Besonders häufig verbreitet sind die folgenden Arten:
- Feldmaus
- Schermaus
- Lemminge
- Rötelmaus
- Bisamratte
Hinweis: Alle genannten Arten unterscheiden sich in Bezug auf ihre Größe, Lebensweise und die bevorzugten Lebensräume. Wir gehen jetzt nicht gezielt auf die einzelnen Wühlmausarten ein, da sich der Artikel auf den Wühlmausschutz im Allgemeinen konzentrieren soll.
Welche Schäden richten Wühlmäuse an?
Die Schäden, die sie hinterlassen, sind vielfältig und je nachdem, ob sie diese im privaten Garten oder in der Landwirtschaft anrichten, auch mit immensen finanziellen Schäden verbunden.
Es gibt einige Indizien, die auf diese Schädlinge hinweisen: Sie hinterlassen in der Regel deutlich erkennbare Spuren an der Pflanzstelle, sowie den Pflanzen selbst. So erkennen Sie diese beispielsweise an angefressenen Wurzeln, was zu Wachstumsstörungen führt. Dies führt unter Umständen zum plötzlichen Verwelken oder Verkümmern einer Knolle, Staude oder der gesamten Pflanze.
In der Landwirtschaft ist der Wühlmausfraß besonders fatal. Jede angefressene Knolle oder Baumwurzel kann zum Absterben der Pflanze führen. Im privaten Bereich setzen Sie ganz einfach eine neue Pflanze ins Beet, während dies in der Landwirtschaft zu Ertragsausfällen führt. Das geht wiederum auch mit Folgekosten einher, wie beispielsweise einem noch besseren Wühlmausschutz.
Blumenzwiebelgamaschen als Schutz vor Wühlmäusen.
Was kann ich gegen Wühlmäuse im Garten tun?
Als Nächstes widmen wir uns dem Kernthema des Artikels – dem Wühlmausschutz. Denn es gibt einige Maßnahmen, wie Sie die kleinen Vierbeiner aus Ihrem Garten fernhalten können. Grundsätzlich sollten Sie diese Maßnahmen nicht erst einleiten, wenn es bereits zu einem Wühlmausbefall gekommen ist. Denn dann sind in der Regel bereits Schäden sichtbar. Setzen Sie deshalb die Maßnahmen zum Wühlmausschutz präventiv ein.
Bodenbearbeitung
Den Grundstein legen Sie mit der richtigen Bodenbearbeitung. Schon hier können Sie die Wühlmäuse von vornherein abschrecken und von Ihrem Garten fernhalten. Wie das funktioniert? Pflügen und verdichten Sie beispielsweise Ihr Beet regelmäßig, um es den Mäusen schwer zu machen, unterirdische Gänge zu bilden.
Eine gute Hilfe kann auch das Einbringen von grobem Sand oder Kies in die oberen Bodenschichten sein. Sie erschweren die Lebensbedingungen von Wühlmäusen erheblich, sodass sie sich wahrscheinlich einen geeigneteren Platz für ihr Zuhause suchen.
Pflanzenauswahl
Es gibt einige Kräuter, Stauden, Bäume, Pflanzen und Gemüsesorten, deren Gerüche die Wühlmäuse unbedingt vermeiden möchten. Sie gelten deshalb auch als eine präventive Maßnahme zum Wühlmausschutz.
Zu diesen Pflanzen gehören:
- Narzissen
- Kaiserkrone
- Basilikum
- Hundszunge
- Knoblauch
- Sonnenblumen
- Steinklee
Mit Gewächsen aus diesen Quellen schützen Sie die Wurzeln sicher vor den Nagern. Es ist wichtig, dass Sie diese Pflanzen dort platzieren, von wo Sie die lästigen Vierbeiner fernhalten möchten.

Wir müssen draußen bleiben - mit dem bellissa Wühlmausgitter.
Schutz durch Barrieren
Die einfachen Methoden führen jedoch nicht immer zum Erfolg! Es gibt auch Situationen, bei denen Sie auf etwas geschicktere Ideen setzen müssen – beispielsweise auf physische Barrieren zum Wühlmausschutz. Dazu zählen beispielsweise die Folgenden:
- Wurzelschutzgitter
- Wühlmausdraht
- Verbissschutz
- Wühlmauskörbe aus Metall oder widerstandsfähigem Kunststoff
Idealerweise installieren Sie die physischen Barrieren wie einen Wühlmausdraht unmittelbar in der Nähe der zu schützenden Pflanzen oder Bäume.
Kiesring
Ein Schutzwall aus Splitt hilft Ihnen ebenfalls, die Nager fernzuhalten. Dabei setzen Sie um den Wurzelballen einen Ring aus Basalt-Splitt (8 bis 32 mm), der den Mäusen das Graben erschwert.
Die nachfolgende Anleitung erklärt Ihnen, wie genau das funktioniert:
- Vorbereitung des Pflanzlochs: Heben Sie ein rundes Loch aus, das etwa 5 cm breiter ist als die Wurzelballen Ihres Obstbaumes (Beispiel) oder der Sträucher. Stechen oder kerben Sie die Seitenwände mit einem Spaten ein, um den Drehwuchs der Wurzeln zu vermeiden und ein besseres Anwachsen zu fördern.
- Pflanzrohr nutzen: Verwenden Sie ein Pflanzrohr, um den späteren Kiesring sauber anzulegen. Sie können dafür einen Eimer mit abgeschnittenem Boden oder ein Kanalrohr nehmen. Achten Sie darauf, dass der Eimer möglichst wenig konisch ist, um das Herausziehen des Rohres zu erleichtern. Falls ein Eimer trotzdem konisch zuläuft, ziehen Sie das Rohr erst nach dem Einfüllen des Splitts heraus, ohne die Erde vorher anzudrücken.
- Splitt einfüllen: Platzieren Sie das Pflanzrohr über den Wurzelballen und füllen Sie groben Basalt-Splitt (8 bis 32 mm) in den Zwischenraum zwischen Rohr und Lochrand. Schichten Sie den Splitt abwechselnd mit etwas Mutterboden, damit sich die Mischung gut setzt. Der grobe Splitt soll sich im Ring verkanten und eine stabile Barriere gegen Wühlmäuse bilden.
- Höhe anpassen: Setzen Sie den Baum etwas höher als das endgültige Bodenniveau, da die Fläche später noch absacken wird. Somit erreichen Sie nach einigen Wochen die gewünschte Pflanztiefe.
- Rohr entfernen: Entfernen Sie vorsichtig das Pflanzrohr, indem Sie es leicht rütteln. Sorgen Sie dafür, dass der Splittring stabil bleibt und der Zwischenraum gut gefüllt ist.
- Abschluss und Pflege: Kontrollieren Sie, dass der Baum ungefähr in der Tiefe gepflanzt wurde, wie er zuvor gewachsen ist. Füllen Sie gegebenenfalls noch Erde nach und wässern Sie die Stelle gut.
Wühlmausschutz mit Drahtkörben
Eine weitere geeignete Methode für den Wühlmausschutz sind die sogenannten Drahtkörbe. Sie brauchen hierzu eine Rolle Maschendraht mit geringer Maschenweite, den Sie beliebig in den bevorzugten Maßen schneiden können. Die Drahtkörbe helfen Ihnen besonders bei einzelnen Pflanzen, die Sie gerade einsetzen möchten.
So wird es gemacht:
- Heben Sie entlang der zu schützenden Stelle beispielsweise einen Ring aus.
- Schneiden Sie ein ausreichend großes Stück Draht von der Rolle ab, sodass die Pflanze genug Platz zum Wachsen hat. Die Maße sind abhängig von der zu schützenden Stelle.
- Geben Sie zur Größe der zu schützenden Stelle einige Zentimeter hinzu und berücksichtigen Sie die Höhe des Korbes plus zwei Zentimeter.
- Schneiden Sie den Draht an vier Stellen ein, klappen Sie die Seitenwände hoch und verzwirbeln Sie die Drahtenden, um den Korb zu stabilisieren.
- Biegen Sie den oberen Rand ein bis zwei Zentimeter nach innen, idealerweise doppelt, damit er stabil bleibt.
- Setzen Sie den Drahtkorb hinein und setzen Sie die Pflanzen ein.
- Der Rand des Korbes kann ein bis zwei Zentimeter aus der Erde ragen, um Wühlmäusen den Zugang zu erschweren.
Lebendfallen als letzte Wahl gegen Wühlmäuse
Präventiver Wühlmausschutz funktioniert natürlich nur solange, wie die lästigen Nager noch nicht ihr Unwesen treiben. Knabbern die Wühlmäuse bereits an den Wurzeln, hilft kein präventives Drahtgeflecht oder andere Produkte. Dann führt nämlich kein Weg mehr an den direkten Bekämpfungsmethoden vorbei.
Lebendfallen bieten den wohl effektivsten Wühlmausschutz, den es gibt. Legen Sie in diese Fallen Möhren oder Sellerie und legen Sie diese vor den Eingängen der Grabensysteme – warten Sie, bis die Falle zuschnappt. Bei einigen Modellen gibt es auch bereits integrierte Köder, schauen Sie, für welchen Schutz Sie sich entscheiden.
Aber wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt für diesen Wühlmausschutz? Die besten Ergebnisse erzielen Sie im Frühling oder Herbst, wenn die Nahrung der Nager knapp wird. Außerdem ist es wichtig, dass das Tunnelsystem von den Wühlmäusen auch genutzt wird. Das prüfen Sie, indem Sie mit einem Stock in der Nähe des Eingangs herumstochern und den Tunnel suchen.
Circa 30 Zentimeter entfernt vom Eingang legen Sie eine Möhre in den Gang und warten einige Tage. Wurde die Möhre angefressen, ist die Öffnung intakt. Dort legen Sie dann den Wühlmausschutz mit beiden Öffnungen in Richtung des Ganges aus.
Sie werden die lästigen Wühlmäuse einfach nicht los? Dann können Sie sich natürlich auch an einen Experten wenden, der zum Einsatz kommt, wenn Ihre eigenen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben.