Kartoffeln anpflanzen, pflegen & ernten: So klappt der Kartoffelanbau im eigenen Garten!

Kartoffeln anpflanzen, pflegen & ernten: So klappt der Kartoffelanbau im eigenen Garten!

Die Kartoffel (Solanum Tuberosum) ist auch unter den Namen Erdapfel, Erdbirne, Schockern, Mäusle oder Potaten bekannt. Sie ist eine Nutzpflanze, die uns Menschen nicht nur einfach Nahrung, sondern auch etliche Vitamine und Mineralstoffe liefert. Erst im 16. Jahrhundert kam sie nach Deutschland.

Der Anbau von Kartoffeln im eigenen Garten, beziehungsweise auf dem eigenen Feld, hat die Ernährungsgewohnheiten in Europa stark geprägt. Heutzutage gehen wir einfach in den Supermarkt und kaufen einen Beutel Kartoffeln, ohne sie selbst pflanzen zu müssen – aber es macht natürlich Spaß, sich selbst zu versorgen und vielleicht auch Kindern das Wachstum der Kartoffel näher zu bringen.

Grundsätzlich können Sie es immer noch so wie damals machen und die Kartoffeln selbst anbauen und ernten. Wie Sie die Knolle selbst im Beet oder Gewächshaus anbauen und wie die Kartoffelernte überhaupt funktioniert, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Kartoffeln anzupflanzen?

Den richtigen Zeitpunkt, um Kartoffeln anzupflanzen, bestimmt in gewisser Weise die Bodentemperatur. So sollten Sie keinesfalls bei einer Bodentemperatur von unter 7 Grad Ihre Kartoffeln im eigenen Garten oder anderswo anpflanzen.

Die richtige Pflanzzeit der Kartoffeln beginnt in der Regel also im März oder April, wo die durchschnittliche Lufttemperatur die 7 Grad nicht mehr unterschreitet und es dementsprechend keinen Bodenfrost gibt.

Da es allerdings gerade nachts teilweise noch zu erheblichen Temperaturschwankungen kommt, sollten Sie auch selbst vorsorgen. Denn Frost kann zu Schäden am Kartoffelkraut führen. Idealerweise decken Sie deshalb den Boden zusätzlich mit Gartenvlies ab, um die Wärme im Boden besser zu speichern.

Welche Kartoffelsorte soll ich wählen?

Für den Anbau der Kartoffeln selbst haben Sie mehrere Optionen. Damit meinen wir nicht, ob Sie die Kartoffeln im Garten, in Gemüsegärten oder in einem Beet anbauen. Wir sprechen von der Kartoffel-Sorte.

In diesem Zusammenhang empfehlen wir Ihnen, entweder spezielle Pflanzkartoffeln im Fachhandel zu erwerben oder auf Bio-Kartoffeln zu setzen. Diese werden dann noch einmal zwischen frühe, mittelfrühe und späte Kartoffelsorten unterschieden.

frĂĽhe Sorten

mittelfrĂĽhe Sorten

späte Sorten

  • Annabelle (Festkochend)
  • Solist (vorwiegend festkochend)
  • Anuschka (Festkochend)
  • Glorietta (Festkochend)
  • Paroli (vorwiegend festkochend)
  • Quarta (Festkochend)
  • Linda (variierend)
  • Ditta (Festkochen
  • Adretta (mehlig kochend)
  • Sarpo Mira (Festkochend)
  • Jelly (vorwiegend festkochend)

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass Kartoffeln nur alle 4 Jahre am selben Standort wachsen sollten, um Krankheiten und Fadenwürmer zu vermeiden. Besser wären sogar nur alle 5 oder 6 Jahre. Da die Kartoffeln jede Menge Nährstoffe in den Boden abgeben, eignen sich diese Standorte dann für Folgekulturen, wie beispielsweise Kohlrabi, Buschbohnen oder Salate.

Kartoffeln anpflanzen: Wie gehe ich am besten vor?

Sie wissen jetzt also: Je nach Sorte gibt es unterschiedliche Pflanzzeiten der Kartoffeln. Bevor Sie als Hobby-Gärtner die Kartoffeln ernten, müssen Sie diese erst einmal anpflanzen. Wie das funktioniert, erfahren Sie jetzt.

Kartoffeln vortreiben

Damit Sie sich so früh wie möglich über eine reiche Kartoffel-Ernte freuen können, müssen Sie rechtzeitig mit dem Pflanzen der Kartoffeln beginnen. Je nach Sorte gibt es hier unterschiedliche Zeitpunkte.

Die schnellste Ernte erzielten Sie mit den frühen Kartoffelsorten, wie der Glorietta oder Paroli. Diese Kartoffelsorten sollten Sie bereits ab Ende Februar vortreiben. Der Vorteil der frühen Sorten ist, dass Sie diese deutlich früher ernten können als andere Sorten. Das wiederum senkt das Risiko, dass Ihre Kartoffeln beziehungsweise Knollen von Kraut und Knollenfäule sowie anderen Krankheiten oder Schädlingen befallen werden.

Je nach Sorte der Kartoffel gehen Sie generell unterschiedlich vor. Aber wie sieht es bei den frühen Sorten aus, schließlich können Sie diese Kartoffeln ja noch nicht in die Erde pflanzen? Der Anbau erfolgt auf eine etwas andere Art und Weise – da gibt es einen kleinen Trick.

Idealerweise nutzen Sie hierfür nämlich Eierpappen für das Pflanzen der Kartoffeln:

  1. Füllen Sie einfach die Hälfe der Vertiefungen innerhalb der Eierpappe mit Erde aus.
  2. Setzen Sie nun die Kartoffelpflanzen bis zur Hälfte in die Erde.
  3. Als Nächstes stellen Sie Ihren Kartoffelanbau in den Eierpappen für 10 bis 14 Tage an einen Ort, an dem sie ausreichend Licht bekommen (z.B. auf dem Balkon, der Fensterbank oder im Gewächshaus).

Wichtig: Die Temperatur an dem Platz sollte sich immer zwischen 10 und 15 Grad befinden!

Die anderen Sorten sollten Sie 3 bis 4 Wochen, bevor Sie die Kartoffelpflanzen in die Erde setzen, vortreiben. In der Regel pflanzen Sie die Kartoffelpflanzen von Ende März bis Mitte April in die Erde. Dann sollten die Bodentemperaturen konstant über 7 Grad Celsius liegen, womit die perfekte Temperatur, um Kartoffeln anzubauen, erreicht wurde.

Wichtig ist, dass die Kartoffeln vorgekeimt und nicht zu feucht sind. Warum sollten Kartoffeln vorgekeimt sein? Ganz einfach: Vorgekeimte Kartoffeln entwickeln sich schneller und fĂĽhren zu einer frĂĽheren Kartoffelernte. Keimen die Knollen allerdings zu lange, werden sie schrumpelig.

Abstand und Tiefe beim Pflanzen der Kartoffeln beachten

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Ihre Kartoffeln in den Garten oder an einen anderen Platz zu pflanzen. Denn bevor die Ernte beginnt und die Kartoffeln anschließend im Topf landen und als Gratin, Püree oder Suppe weiterverarbeitet werden, müssen sie zuerst einmal wachsen. Dieser Zeitpunkt ist ab Mitte April gekommen. Spätestens ab beziehungsweise bis Mitte Mai sollten dann alle Saatkartoffeln oder eine andere Kartoffelwahl in der Erde sein.

Aber wie bereits erwähnt, sollten Sie den Anbau der Kartoffeln jährlich an anderen Stellen Ihres Gartens beziehungsweise Beete vornehmen. So senken Sie die Gefahr, dass Ihr Kartoffelanbau, Krankheiten oder anderen Schädlingen zum Opfer fällt.

Starten wir mit der Bodenvorbereitung fĂĽr die Kartoffeln:

  1. Graben Sie als Erstes die Erde der Fläche um, auf der die Kartoffeln wachsen sollen, so wird der Boden schön locker.
  2. Die Kartoffeln werden mit einem Abstand von 30 bis 35 Zentimetern in das Beet gepflanzt.
  3. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von 70 bis 80 Zentimetern eingehalten werden, damit das Beet unkrautfrei bleibt.
  4. Die Knollen werden mit den Trieben nach oben etwa 10 bis 15 Zentimeter tief in die Erde gesetzt. DafĂĽr einfach ein Pflanzloch ausheben.

Kartoffeln pflanzen kann ziemlich zeitintensiv sein. Wenn Sie diesen Schritt vorantreiben möchten, können Sie mit einem Kartoffelhäufler die Pflanzreihen ziehen. Zu zweit geht das Pflanzen der Kartoffeln natürlich auch nochmal schneller: Einer hebt das Pflanzloch aus, während der Nächste die angehende Kartoffelpflanze beziehungsweise Knolle einsetzt.

Tipp für mehr Ertrag: Wickeln Sie die Kartoffeln in Schafswolle ein. Sie wärmt und schützt die Kartoffeln, was das Wachstum und den Ertrag bei der Ernte einer Kartoffelpflanze fördert. Alternativ können Sie die Schafswolle auch einfach auf die Kartoffeln drauflegen und dann die Erde überschütten.

Regelmäßig anhäufen

Den Ertrag beim heimischen Kartoffelanbau steigern Sie auch, indem Sie die Kartoffeln regelmäßig mit Erde anreichern. Grundsätzlich ist in der Kartoffelzucht ein Pflanzgraben nicht zwingend notwendig, aber besonders bei frühen Sorten sinnvoll. Die Furche kann mit Kompost gefüllt werden, um den Knollen ausreichend Nährstoffe zu bieten.

Nach dem Pflanzen sollte die Erde angehäufelt werden, da so eine größere Oberfläche entsteht, die mehr Sonnenwärme speichert. Sobald die Triebe der Knolle etwa 20 Zentimeter hoch sind, ist regelmäßiges Anhäufeln wichtig, um zu verhindern, dass Tochterknollen aus der Erde wachsen, grün werden und dadurch ungenießbar sind. Dabei sollte alle zwei bis drei Wochen auch das Unkraut entfernt werden.

Erntezeitpunkt erkennen

Das ist einer der schönsten Teile am Kartoffeln pflanzen – die Ernte der Kartoffelplanzen. Mit ihr können Sie je nach Sorte und Wachstum drei Monate nach dem Pflanzen der Kartoffeln beginnen. Es beginnt mit der Ernte, nämlich der sogenannten Ruhephase der Kartoffeln. Diese erkennen Sie an gelb-bräunlichen und verdorrten oberirdischen Pflanzenteilen.

Rein auf das Auge sollten Sie sich allerdings nicht verlassen. Denn auch die Schale liefert ein Indiz fĂĽr die Ernte. Graben Sie deshalb die Kartoffelpflanze aus und fĂĽhren Sie einen Test durch. Das funktioniert, indem Sie versuchen, mit den Fingern die Schale der Knolle abzureiben.

Lassen sich die Knollen problemlos lösen und die Schale sich nicht mit den Fingern von der Knolle abreiben? Dann ist die Erntezeit gekommen!

Kartoffel Turmbeet
Die unglaubliche Leichtigkeit des Kartoffel-Erntens - mit dem bellissa Turmbeet.

Kann ich Kartoffeln auch in einem Topf oder KĂĽbel pflanzen?

Sie haben keinen Gemüsegarten und auch kein freies Beet für den Anbau von Kartoffelpflanzen? Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie auf die Knollen verzichten müssen. Grundsätzlich können Sie Kartoffeln nämlich auch auf dem Balkon im Topf, Kübel, in Jutebeutel, Eimern oder Pflanzsäcken pflanzen. Oder Sie stellen sich ein praktisches, Vertikal-Beet auf den Balkon oder auf die Terrasse.

Befüllen Sie hierzu den Boden des Gefäßes Ihrer Wahl mit einer 10 Zentimeter dicken Schicht aus Kies oder Blähton. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihr Gefäß über Löcher im Boden verfügt. Nur so kann überschüssiges Wasser beispielsweise durch das Gießen der Kartoffelpflanze abfließen. Achten Sie beim Gießen außerdem darauf, den Pflanzen nicht zu viel Wasser zu geben. Manchmal ist weniger sogar mehr.

Als Nächstes füllen Sie eine 10 bis 15 Zentimeter dicke Schicht Erde in den Topf oder Kübel – idealerweise setzen Sie hierbei auf Bio-Pflanzerde. Diese Fläche bietet Ihnen genug Platz, um vier Pflanzkartoffeln zu setzen.

Sobald die Triebe der Knollen eine Höhe von 10 Zentimeter erreichen, kippen Sie die nächste Schicht Erde auf, bis nur noch die Blattspitzen der Kartoffelpflanze hinausragen. Diesen Vorgang wiederholen Sie jetzt so lange, bis der Topf oder Kübel komplett gefüllt sind.

Sie fragen sich: Wann kann ich die Kartoffeln ernten? Das Wachstum der Knollen geht hier ein wenig schneller als der normale Anbau, sodass Sie die Kartoffeln nach 100 Tagen ernten können. Der Anbau von Kartoffeln funktioniert auch auf einfache Art und Weise – ohne dass Sie unbedingt einen Garten benötigen.

Wie lagere ich geerntete Kartoffeln richtig?

Nachdem Sie Ihre Kartoffeln beziehungsweise Kartoffelpflanzen geerntet und nun Platz für andere Früchte im Garten geschaffen haben, stellt sich die Frage: Wie lagere ich die Kartoffeln richtig? Schließlich passen sicherlich nicht alle auf einmal in die Mägen Ihrer Familie.

Das heißt also, Sie müssen die Kartoffeln richtig lagern. Damals eignete sich der Keller als idealer Lagerort, das funktioniert heutzutage nur, wenn Sie in keinem Neubau wohnen. Im Altbau gelten die Keller noch als recht kühl, was sich ideal für die Lagerung anbietet. Bei Neubauten sind die Keller hingegen deutlich wärmer.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Platz für die Kartoffeln beziehungsweise Knollen trocken, kühl und lichtgeschützt ist. Die optimale Lagertemperatur von Kartoffeln liegt bei circa 4 bis 6 Grad Celsius. Bei 8 Grad Celsius fangen die Kartoffeln an zu keimen – unabhängig von der Sorte. Unter 4 Grad Celsius verwandelt sich die Stärke der Kartoffeln in Zucker, was den Geschmack negativ beeinträchtigt.

Fazit zum Anbau von Kartoffeln im Garten

Vom richtigen Zeitpunkt zum Setzen der Knollen über die Auswahl der Sorte bis hin zu den kleinen Tricks beim Pflanzen und Pflegen – all das zahlt sich spätestens bei der Ernte der Knollen aus, wenn Sie Ihre eigenen, knackigen, schmackhaften Knollen in den Händen halten. Kartoffeln aus dem eigenen Garten oder vom Balkon haben nicht nur einen unvergleichlichen Geschmack, sondern auch den Vorteil, dass Sie genau wissen, woher sie kommen und wie sie angebaut wurden.

Egal, ob im Beet, im Kübel, im Garten oder mit kreativen Methoden wie Eierpappen – jede Kartoffel, die Sie selbst anbauen, ist ein kleiner Schritt zu mehr Unabhängigkeit und einem nachhaltigen Lebensstil. Hinzu kommt der Spaß, den ein solches Projekt als Gärtner vielleicht in Ihrem Garten mit sich bringt.

Also, warum nicht die Ärmel hochkrempeln und es ausprobieren? Ihre Kartoffeln warten schon darauf, von Ihnen gehegt und gepflegt zu werden – und am Ende werden Sie mit einem reichhaltigen Ertrag belohnt!

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