Gärtnern macht Spaß und hilft allen Menschen mit grünem Daumen, etwas Erholung und Auszeit in ihrem Garten zu finden. Das Problem? In Städten haben viele Menschen anstelle eines Gartens oder einer Terrasse nur einen Balkon. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie auf einen kleinen Garten verzichten müssen! Werden Sie zum Balkongärtner und bauen Sie eigene Kräuter und Gemüse oder Obst an!
Doch reicht die Fläche auf einem kleinen Balkon wirklich dafür aus? Welche Pflanzgefäße benötigen Sie, was ist ein optimaler Boden und was können Sie im Nutzgarten tatsächlich anbauen? Wir beantworten Ihnen diese Fragen und geben Ihnen in diesem Ratgeber einige Tipps und Ideen mit auf den Weg, damit Ihr Balkongarten eine reiche Ernte einfährt und zudem ein Blickfang wird!

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Balkongarten anlegen: Was ist auf Ihrem Balkon möglich?
Jeder Balkon hat enormes Potenzial – selbst der kleinste! Bevor Sie sich mit Samen und Pflanztöpfen eindecken, sollten Sie jedoch erst herausfinden, wie viel Platz Sie tatsächlich haben und was Sie beim Balkongarten anlegen beachten sollten.
Wie viel kann Ihr Balkon tragen?
Ein schwerer Kübel mit Blumen einerseits, ein massiver Pflanzkasten mit Tomaten andererseits bringt durch die nasse Erde mehr Gewicht mit sich, als man meinen könnte. Damit Ihr Nachbar unter Ihnen nicht unfreiwillig Ihre Tomaten pflegt, sollten Sie herausfinden, wie viel Gewicht Ihr Balkon tatsächlich tragen kann.
Denken Sie auch über vertikale Lösungen nach, wie Hängeampeln, Regale oder Rankhilfen, denn nicht nur die Bodenfläche, sondern auch die Wände lassen sich oftmals nutzen. Und einige Arten lieben es, in der Höhe zu wachsen.
Wie ist Ihr Balkon ausgerichtet?
Welche Optionen sich fürs Anpflanzen ergeben, hängt auch davon ab, in welche Himmelsrichtung der Balkon ausgerichtet ist. Schließlich beeinflusst dies maßgeblich, wie viel Sonnenlicht Ihre Pflanzen bekommen – und das ist entscheidend dafür, welche Sorten gut gedeihen und welche möglicherweise Schwierigkeiten haben.
Hier finden Sie einen Überblick zu diesen Faktoren:
- Nordbalkon: Ein Balkon mit Nordausrichtung erhält nur sehr wenig bis gar kein direktes Sonnenlicht. Das mag zunächst wie ein Nachteil erscheinen, eröffnet aber dennoch spannende Möglichkeiten. Schattenliebende Pflanzen und Kräuter wie Minze oder Zitronenmelisse gedeihen hier optimal, da sie keine direkte Sonnenbestrahlung vertragen. Ein zusätzlicher Vorteil? Die Pflanzen trocknen nicht so schnell aus.
- Ostbalkon: Ein Ostbalkon profitiert von der angenehmen Morgensonne und hat ein mildes Klima. Hier können Pflanzen wie Petersilie, Schnittlauch oder verschiedene Salatsorten gedeihen. Auch Erdbeeren, die auf dem Balkongarten sind, sind bei diesen Bedingungen ausgesprochen ertragreich.
- Südbalkon: Ein Balkon, der nach Süden ausgerichtet ist, ist lichtdurchflutet und hell. Dieser ist daher optimal für Pflanzen, die viel Licht benötigen. Mediterrane Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Thymian sowie sonnenliebendes Gemüse wie Tomaten oder Paprika fühlen sich hier besonders wohl. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Erde zu schnell austrocknet, Sie müssen also häufiger gießen.
- Westbalkon: Am Nachmittag und am Abend ist hier die stärkste Sonnenbestrahlung. Dieser Standort eignet sich hervorragend für Gemüsesorten wie Mangold, Radieschen oder Zuckerschoten, die mit der intensiven Sonne gut zurechtkommen. Da es hier eher windig sein kann, sollten die Pflanzen nicht empfindlich sein oder windgeschützt und stabil in ihren Pflanzgefäßen stehen.
Pflanzen gärtnern sich nicht von allein. Was auf Ihrem Balkon möglich ist, hängt auch davon ab, wie viel Pflege Sie in den Balkongarten investieren können und wollen.

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5 Ideen: So nutzen Sie den Platz auf dem Balkon optimal für den Anbau
Es gibt eine Menge platzsparender Tricks, die Ihren Balkon in ein Pflanzenparadies verwandeln können. Wie viel Fläche Sie für den Balkongarten benötigen, hängt nun mal auch davon ab, welche Gefäße Sie verwenden und welche Balkonpflanzen Sie anbauen. Hier sind einige Ideen für verschiedene Pflanzgefäße, die unter anderem zur Verfügung stehen.
#1: Balkonkästen fürs Geländer
Für einen Balkon mit typischen Balkongeländern können Sie zum klassischen Balkonkasten greifen. Balkonkästen eignen sich perfekt für blühende Pflanzen wie Geranien, Petunien, Lobelien oder auch kleinere Kräuter. Achten Sie darauf, dass die Balkonkästen stabil am Balkongeländer montiert sind, damit sie Wind und Wetter standhalten.
Zudem sollten Sie einen Balkonkasten immer mit passenden Untersetzern ausstatten, um überschüssiges Gießwasser aufzufangen und Staunässe zu vermeiden.
#2: Kübel in verschiedenen Größen für die Bodenfläche
Kübelpflanzen sind ein Muss für Balkongärten. Sie können diese flexibel arrangieren und bieten Platz für größere Pflanzen wie Tomaten, Paprika, Salat oder kleine Obstbäumchen. Mit unterschiedlich großen Kübeln schaffen Sie zudem einen optischen Hingucker und können für jede Pflanze genau die richtige Größe aussuchen, damit die Wurzeln der Gemüsepflanzen genug Raum zum Wachsen haben.
Sie können auch alte Behälter, Töpfe und Eimer wiederverwenden und für den Balkongarten einsetzen. Dadurch müssen Sie weniger Zubehör kaufen und haben neue Möglichkeiten der Gartengestaltung. Spielen Sie beispielsweise mit verschiedenen Farben, Größen und Materialien.
Achten Sie bei der Wahl der Kübel auf robustes und wetterfestes Material wie Terrakotta, Holz oder Kunststoff. Besonders praktisch sind Pflanzgefäße mit Rollen, da sie sich bei Bedarf leicht verschieben lassen.
#3: Vertikaler Balkongarten für die Wand
Wenn Sie keine Balkonfläche mehr frei haben oder einen besonders kleinen Balkon besitzen, können Sie den Garten an die Wand bringen. Einen vertikalen Balkongarten können Sie aber auch mit hohen Pflanzenregalen erreichen, in denen Sie kleinere Kübel mit Blumen, Kräutern und Gemüse auf verschiedenen Höhen stellen können. Alternativ können Sie Hängebeutel- und -Taschen einsetzen, die Sie an die Wand oder ans Geländer hängen. Pflanzentaschen sind zum Beispiel gut für Kräuter geeignet.
Sie können ein Wandregal für Pflanzen auch aus einer Europalette bauen, indem Sie zusätzliche Bretter als Boden montieren. Diese eignen sich übrigens auch als Ergänzung für eine Terrasse.
#4: Ein Hochbeet anlegen
Bei vielen Gärtnern steht ein Hochbeet ganz weit oben auf dem Wunschzettel. Ein großer Vorteil liegt in der Höhe, denn Sie können den Gemüseanbau und die Pflege ganz bequem durchführen, ohne auf allen Vieren im Beet zu landen.
Sie können ein Hochbeet selbst bauen oder fertig kaufen. Materialien wie Holz oder Metall sind hierbei besonders beliebt. Sogar Gurken oder Tomaten können sie mit einer Rankhilfe anbauen, je nach Lust und Laune auch Obst. Hat das Hochbeet eine gute Tiefe, können sie sogar einen Himbeerstrauch pflanzen.
Für ein Hochbeet im Balkongarten sollten Sie jedoch die passende Erde und den Aufbau der Schichten beachten. Darauf gehen wir weiter unten genauer ein!
#5: Blumenampeln für hängende Gärten
Mit Blumenampeln können Sie die Balkonfläche auch in der Höhe am besten zur Bepflanzung nutzen. Diese eignen sich nicht nur für Blumen und Zierpflanzen, sondern auch für Nutzpflanzen. So können Erdbeeren beispielsweise gut herunterwachsen. Befestigen Sie ein Seil am Henkel und ziehen Sie dieses durch einen Schlaufenhaken, können Sie das Pflanzgefäß für die Pflege und Ernte immer herunterholen – mehr Platz ist quasi in der Luft.

Einfach mal baumeln lassen - mit unserer Blumenampel.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Der perfekte Boden für den Gemüseanbau auf dem Balkon
Damit das Gärtnern in der Stadt auf Ihrem Balkon genauso viel Spaß macht wie im Beet, sollten Sie einen Boden schaffen, in dem die Balkonpflanzen und das Balkongemüse gut gedeihen können. Das richtige Schichtsystem in Ihren Pflanzgefäßen ist entscheidend, damit Ihr Gemüse gesund wachsen kann und Sie eine erfolgreiche Ernte haben. Die Schichten sind ein Hilfsmittel beim Anbau, um Staunässe zu vermeiden, Nährstoffe bereitzustellen und die Pflanzen optimal mit Wasser zu versorgen.
Das richtige Schichtsystem in Ihren Pflanzgefäßen ist entscheidend, damit Ihre Gemüsepflanzen gesund wachsen und gedeihen können. Die Schichten tragen dazu bei, Staunässe zu vermeiden, Nährstoffe bereitzustellen und die Pflanzen optimal mit Wasser zu versorgen.
Hier erfahren Sie, welche Schichten notwendig sind und wie Sie diese Schritt für Schritt in Ihrem Pflanzgefäß anordnen:
- Drainageschicht anlegen: Die unterste Schicht in Ihrem Pflanzengefäß bildet die Drainage. Sie verhindert, dass überschüssiges Wasser im Topf stehen bleibt und die Wurzeln der Pflanzen faulen. Verwenden Sie dazu Kies, Blähton oder Lavasteine. Diese Schicht sollte etwa ein Drittel des Gefäßes ausmachen.
- Trennschicht einfügen: Für die Trennschicht eignet sich ein Gartenvlies, das verhindert, dass die Erde in die Drainageschicht sinkt und den Wasserabfluss blockiert. Schneiden Sie dieses etwa einen Zentimeter größer zurecht als den Kasten, damit es nicht verrutscht und keine Erde durchrutscht.
- Substratschicht einbringen: Die Hauptschicht des Gefäßes füllen Sie mit Substrat, das die Pflanze mit Nährstoffen versorgt. Verwenden Sie beispielsweise eine hochwertige, torffreie Bio-Erde. Für Gemüse wie Tomaten oder Paprika empfiehlt sich eine nährstoffreiche Erde. Alternativ können Sie Ihre eigene Mischung anfertigen, zum Beispiel aus Gartenerde, Kompost und ein wenig Sand. Füllen Sie diese jedoch nicht bis zur Kante auf, sondern lassen Sie einige Zentimeter als Gießrand stehen.
- Mulchschicht aufbringen (Optional): Unter Umständen kann eine Mulchschicht bei Gemüse die Erde länger feucht halten und damit den Aufwand fürs Gießen etwas reduzieren. Dafür eignen sich unter anderem Stroh, Heu oder getrocknete Pflanzenreste wie Brennnesseln.
Damit sind Sie dem Ziel des Balkongartens anlegen näher gekommen. Jetzt können Sie mit dem Pflanzen der Kräuter und dem Balkongemüse beginnen, damit Sie schon bald die erste Ernte einfahren können.

Stockweise Anpflanzen - im vertikalen Pflanzregal.
Welche Blumen, Kräuter, Obst und Gemüse können Sie auf dem Balkon anbauen?
Für sonnige Balkone eignen sich sonnenliebende Pflanzen und Blumen wie Petunien, Geranien und Wandelröschen hervorragend. Halbschattige Plätze bevorzugen Fuchsien, Begonien und Schneeflockenblumen, da sie weniger direkte Sonne benötigen. Aber wie sieht es mit Kräutern, Gemüse und mit dem Obst aus?
Hier ist eine kleine Übersicht unterschiedlicher Arten mit Tipps zum Anbau im Balkongarten:
Pflanze |
Tipps |
Erdbeeren |
Hängeerdbeeren sind platzsparende Pflanzen und wachsen wunderbar in Ampeln auf dem Balkon. |
Himbeeren |
Verwenden Sie tiefe Kübel für kleine Sträuche, die Ihren kleinen Garten bereichern. |
Zwerg-Zitrusfrüchte |
Kleine Orangenbäume oder Zitrusbäume sind perfekt für einen Balkongarten im Sommer. Die Bäume lieben die Sonne! |
Tomaten |
Balkontomaten, Cocktailtomaten und andere Sorten sind sehr ertragreiche Sorten im Garten und auf dem Balkon. Sie benötigen nur einen großen Kübel und eine Rankhilfe. |
Gurken |
Gurken eignen sich optimal für einen Balkongarten, da diese platzsparend vertikal an einem Gitter wachsen können. |
Salat |
Salat darf in keinem Garten fehlen, und es gibt zahlreiche Sorten, die infrage kommen. Pflanzen Sie einen Pflücksalat an, können Sie diese die ganze Saison auf dem Balkon über ernten. |
Basilikum |
Basilikum und Kräuter wie Thymian mögen es sonnig und warm. Sie können diese wunderbar vertikal in Blumentöpfe hängen oder in Blumenkästen pflanzen. |
Petersilie, Zitronenmelisse |
Beide sind perfekt für einen Balkongarten anlegen, der eher halbschattig ist. |
Tipps für die Planung, Vorbereitung und die Umsetzung des Balkongartens
Mit einer guten Planung schaffen Sie einen Balkongarten, der Ihnen zu verschiedenen Jahreszeiten Freude bereitet. Kaufen Sie zum Beispiel in einem Online-Shop eine Grundausstattung, die Sie fürs Gärtnern in Ihrem Balkongarten, für die Pflege der Pflanzen und zum Anbauen benötigen. Eine Schaufel, Gartenschere und eine Gießkanne mit Brause gehören etwa dazu. Bei vielen Pflanzen können Sie auch über ein Bewässerungssystem nachdenken.
Überlegen Sie im Voraus, welche Pflanzen für den Anbau in Ihrem Balkongarten infrage kommen und ob diese im Frühling oder im Sommer gepflanzt werden müssen. Damit Ihr Balkon in allen Farben erstrahlt, sollten Sie einen Mix aus Zier- und Nutzpflanzen anstreben und Ihren Balkongarten abwechslungsreich gestalten. So macht er auch auf dem Foto ordentlich etwas her!